Lazard de Schwendi,

Sein Wahlspruch war :  "  Gut verloren,
                                        Nichts verloren.
                                        Mut verloren,
                                        Viel verloren.
                                        Ehre verloren,
                                        Alles verloren.  "

 Für den Elsässer Winzer ist er dejenege, welcher de "Tokayer" in unser Rebland einführte. Dies ist jedoch eine nicht geschichtliche Uberlieferung : unser Tokayer alias Pinot Gris, in Burgund Pinot Beurot, in Baden Rulander gennant ist eine Mutation des Pinot Noir oder Spätburgunders (nicht der in Tokay gepflantze Furmint). Der eigentliche Tokaywein ist ein Süsswein wie eine Trockenbeerenauslese : seine Herstellung beruht jedoch auf einem anderen Verfahren, welch letzteres erst im 17. Jahrhundert gefunden wurde. Zur Zeit Schwendis war der echte Tokayer zwar ein feuriger, jedoch ein durchgegorener Wein.

Lazarus von Schwendi erblickte das Licht der Welt in Mittelbiberach (Schwaben) als Sohn des Ruhland v. Schwendi. Schon 3 Jahre später starb derselbe ! Als vormund und Testamentsvollstrecker hatte er den Rat der Stadt Memmingen bis zum 24. Lebensjahr seines Sohnes eingesetzt.
- Schon bald schickte der Rat den noch jugendlichen Lazarus nach der Universität Basel, wo er untere der Autorität des Humanisten Oecolalampadius und des Gelehrten Grynaeus mit grossem Eifer dem Studium der Künste und Sprachen oblag. Mit 13 Jahren zog Schwendi nach Strassburg, wo er Jure studierte, und so seine Laufbahn als Diplomat vorbereitete. Von Strassburg aus soll er auch einige Zeit in Paris zugebracht haben, und seine französischen Sprachkenntnisse zu vervollständigen.

Mit dem 24. Lebensjahr war Schwendi seiner Vormundschaft enthoben.Sofort trat er Kaiserlichen Dienst an. Der Kaiser KARL V. war der mächtigste der Habsburger und beabsichtigte das Reich Karl des Grossen gebietmässig wiederherzustellen. Sein hauptsächlichster Gegner wer der französiche König, welcher damals viele deutsche besonders die zur Reformation übergegangene Fürsten -im Kampfe- gegen das Kaiserreich unterstützte. SCHWENDI, ganz dem Kaiser ergeben, handelte in allen seinen- oft schwierigen Unternehmungen in des Kaisers und Reiches Interesse. Besonders hervorgetan hat er sich im Schmalkaldischen Krieg und bei Fürstenaufstande. Ununterbrochen verhandelte er mit den einzelnen Fürsten, Städten und Ständen, um Sie zu bewegen, wenigstens neutral zu bleiben. So war SCHWENDI auch dabei, als der fransösche König die " drei Bistumer" METZ, TOUL, VERDUN, an sich zog (1554).Im Auftrage seines Kaisers sollte er den in Weissenburg wohnenden Sebastian VOGELSBERGER welcher deutsche Söldner für den französischen König anwarb, einfangen und vor Gericht stellen.

Da ihm sein Vorgehen in dieser Sache viel Feinde einbrachte, nahm er militärischen Dienst bei Philipp II ! dem König von Spanien ( Karls des V. Sohn) (1555).Als Oberst erstürmte er an der Spitze seiner Landsknechte die Festung St Quentin (1557), und schlug sich im Jahre darauf mit seinen schwarzen Husaren, in der Schlacht von Gravelingen, wo der König von Frankreich eine Niederlage erlitt. Schon 1555 hatte SCHWENDI die jetzt belgische Stadt Philippeville befestigt und zum Bau der dortigen Kirche beigetragen.

Von 1564-1568 trat er wieder in Oesterreischische Dienste und Kaiser sandte den bewährten Kriegsmann an der Spitze eines Expeditionskorps nach Ungarn, um die das Reich bedrohenden mit dem König von Frankreich verbündenten Türken zurückdrängen. Im Winter 1565 belagerte er die Feste TOKAY, welche er am 11. Februar im Sturme eroberte. Unter der reichen Beute befanden sich auch 4000 Fässchen " Tokayer".

1568 zog sich SCHWENDI aus dem aktiven Dienst zurück und betreute nun seine Rheintale erworbenen Besitzungen : BIRKHEIM (1559) - TRIBERG (1563) - Die Herrschaft HOHLANDSBERG mit der Stadt KIENTZHEIM, den Dörfern SIGOLSHEIM, INGERSHEIM, KATZENTHAL, und LOGELHEIM - die Hälfte der Städte TURCKHEIM und AMMERSCHWIHR - zur Hälfte auch die Dörfer NIEDERMORSCHWIHR und WINTZENHEIM (1564) - KIRCHHOFFEN (1572). Im Jahre 1573 erhielt SCHWENDI die Vogtei KAYSERSBERG.

Der Schlossherr bewohnte gewöhnlich seine Residenz Kientzheim, verwendte jedoch auch 12900 fl. für sein Schloss in Burkheim.

Im Mai 1583 starb SCHWENDI in seinem Schloss KIRCHHOFEN und wurde in der Pfarrkirche in KIENTZHEIM beigestzt, wo sein Grab heute noch erhalten ist (rechts vor der Chortreppe). Sein Standbild ist auf der linken Seite in der Mauer eingelassen.